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Mehr Biss für den zahnlosen Tiger
Expertenrunde diskutierte im klub47 über Anlegerschutz in Zeiten der Finanzkrise
Wien - Während die G20-Regierungschefs in Pittsburgh verschärfte Eigenkapitalvorschriften für Banken beschlossen, diskutierten am vergangenen Freitag, 25.9.2009, Vertreter des Vereins für Finanzmarktausgleich mit einer hochkarätigen Expertenrunde über eine effektivere Kontrolle der bestehenden Finanzmarkt-Gesetze. Philipp Buchner und Peter Stassny, Vorstandsmitglieder des Vereins, hatten zum Thema "Anlegerschutz in Zeiten der Finanzkrise – hat die Aufsicht in Österreich versagt" in den klub47 eingeladen, der exklusiven Networking-Event-Reihe des "k47-keyclubs vienna".
Um den Anlegerschutz ist es in Österreich schlecht bestellt. Darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde einig. Wir vergleichen die Finanzmarkt-Aufsicht mit einem zahnlosen Tiger. Wir verlangen, dass sie ihr Instrumentarium besser nützen", erklärte Philipp Buchner gleich zu Beginn.
Die Forderung unterstützten Univ. Prof. Dr. Ekkehard Wenger von der Universität Würzburg, Lehrstuhl für Bank und Kreditwirtschaft, Rechtsanwalt Dr. Georg Vetter, Vermögensberater Andreas Ehrenreich sowie der ehemalige Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer.
Mehr Schutz für Anleger
Keinen Sinn sieht Bank- und Kreditwirtschafts-Experte Ekkehard Wenger in einer Aufsichtsbehörde, die ihre Kontrollpflicht nicht bzw. nur mangelhaft wahrnimmt, wie das bei der FMA der Fall sei. "Ein Problem ist sicher die schlechten Ausbildung der FMA-Mitarbeiter", meinte der Universitätsprofessor aus Würzburg. "Die Materie ist einfach zu komplex, da reicht das Wissen eines Finanz- oder Kripobeamten nicht aus".
Der ehemalige Justizminister Dieter Böhmdorfer kritisierte den Amtshaftungsausschluss des Staates für die FMA-Organe. Fehler der Aufsichtsbehörde haben keine rechtlichen Konsequenzen. "Aus rechtsstaatlicher Sicht ist das sehr bedenklich".
In der Diskussion forderte Dr. Böhmdorfer auch eine erweiterte Haftung der Mitarbeiter von Finanzunternehmen. "Der Berater eines Finanzunternehmens soll sich nicht hinter einem anonymen Unternehmen verstecken können, sondern für Beratungsfehler auch persönlich haften". Rechtsanwalt Dr. Georg Vetter plädierte generell für einen Ausbau des zivilrechtlichen Anlegerschutzes: "Die zivilrechtlichen Mittel für den einzelnen Anleger sind derzeit sehr bescheiden", beklagte er. "Dadurch ist es schwer, dass geschädigte Anleger zu ihrem Recht kommen."

(v.l.n.r. Peter Schilling, k47 | ehem. Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer | Philipp Buchner, Vorstand V.f. Finanzmarktausgleich | Patricia Pawlicki, Moderation | Andreas Ehrenreich, coopfinanz.at | Univ. Prof. Dr. Ekkehard Wenger, Universität Würzburg - Lehrstuhl für Bank und Kreditwirtschaft | Rechtsanwalt Mag. Dr. Georg Vetter | Jochen Ressel, k47)

(Philipp Buchner, Vorstand V.f. Finanzmarktausgleich |
Univ. Prof. Dr. Ekkehard Wenger, Universität Würzburg - Lehrstuhl für Bank und Kreditwirtschaft) -
Businessklub k47 startet in Herbstsaison
Beim ersten klub47 nach der Sommerpause war Böhler Uddeholm-Generaldirektor Dkfm. Dr. Claus Raidl der erste Gastredner der Networking-Event Reihe des k47-keyclub vienna. Zu Gast war auch Philipp Buchner, Vorstand des Vereins für Finanzmarktausgleich und Host des Themenbereichs "Finanz- und Kapitalmarktwirtschaft" sowie die Gastgeber der anderen Themenbereiche.
Ab September 2009 werden auf Einladung des Vereins für Finanzmarktausgleich Top-Referenten zu unterschiedlichen Themen referieren, diskutieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

(1. Reihe: Peter Schilling, Maria Rauch-Kallat, Tina Reisenbichler, Jochen Ressel (v.l.),
2. Reihe: Dr. Lambert Gneisz, Dr. Othmar Hill, Raimund Deininger, Philipp Buchner, Mag. (FH) Martin Schaffer (v.l.)) -
Treffen mit BM Reinhold Mitterlehner
Die Vorstände des Vereins, Ing. Peter Stiassny (am 22. Jänner abgelöst durch Peter Lamatsch) und Philipp Buchner im Gespräch mit Dr. Reinhold Mitterlehner (Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend). Dr. Mitterlehner war im Mai 2009 auf Einladung von Maria Rauch-Kallat (Bundesministerin a.D.) zu Gast im Business-Club k47. Er hielt das Impulsreferat "Europa - Motor oder Hemmschuh der Wirtschaft" mit anschließender Diskussion.
Ab September 2009 werden auf Einladung des Vereins für Finanzmarktausgleich Top-Referenten zu unterschiedlichen Themen referieren, diskutieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

(v.l.n.r. Ing. Peter Stiassny, BM Dr. Reinhold Mitterlehner, Philipp Buchner)
Testimonials
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"Die Finanzmarktaufsicht ist anscheinend hoffnungslos unterbesetzt.
Als Anleger muss man
sich darauf verlassen können, dass der Staat mit den richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen
und einer angemessenen Ressourcenausstattung den Finanzmarkt ausreichend überwacht.
Wenn er das nicht tut, dann sollte er nach meinem Rechtsverständnis dafür haften."
- Christian Niedermeyer
Statement als PDF
Christian Niedermeyer